Resümee zum 9-Euro-Ticket

Das 9-Euro-Ticket wurde am 01.06.2022 von der Bundesregierung in Deutschland eingeführt, um finanzielle Entlastung zu schaffen in der aktuellen Krisenlage des Russland-Ukraine-Krieges. Drei Monate lang haben die Bürgerinnen und Bürger so die Möglichkeit, für neun Euro je Monat den Nahverkehr in ganz Deutschland zu nutzen. Ausgenommen waren lediglich Fernzüge wie der ICE.

Direkt zu Beginn des deutschlandweiten Projekts wurde das Ticket im Ferientags-Verkehr auf die Probe gestellt. Am Pfingstwochenende schnellten die Fahrgastzahlen enorm in die Höhe und führten so zu Chaos, Verspätungen und Überfüllungen in den Zügen und an den Bahnhöfen. Durch den hohen Andrang konnten teilweise keine Fahrräder oder weitere Passagiere mit aufgenommen werden. Einige Züge konnten daher nicht abfahren und sind ausgefallen.

Das 9-Euro-Ticket wird zum Verkaufsschlager

Das Angebot des bezahlbaren Nahverkehrs wurde in den ersten Tagen bereits von Millionen Bürgerinnen und Bürgern genutzt. Bereits vor dem Start zum Juni verkaufte sich das Ticket fast drei Millionen Mal. Doch ist das Netz des öffentlichen Personennahverkehrs der Bahn für eine Auslastung in diesem Maße nicht ausgelegt. Der plötzliche Anstieg konnte nicht vom gegebenen Mobilitätsangebot abgefedert werden, da der Ansturm weit über die derzeitigen Kapazitäten hinausging. Das Bahnchaos am Pfingstwochenende zeigt, dass es hier noch großen Nachholbedarf gibt. Die Verkaufszahlen des 9-Euro-Tciekts zeigen ein großes Interesse an solchen Angeboten. Ein dauerhaft bezahlbarer Nahverkehr würde viele Menschen finanziell entlasten oder das Reisen erst möglich machen. Um dem Bedarf gerecht zu werden, müsste jedoch auch das Angebot entsprechend angepasst und aufgestockt werden.

Überfüllungen könnten durch Informationsbereitstellung und spezifisches Buchen verhindert werden

Das 9-Euro-Ticket lässt sich deutschlandweit bei den Verkehrsunternehmen und bei der Deutschen Bahn erwerben. So liegen zwar absolute Zahlen der Nachfrage vor, doch wo und wann Reisende einen Zug besteigen, ist damit nicht zu sehen. Bei ICEs und ICs, die aus dem Angebot ausgenommen sind, muss Zug- und Uhrzeit gebunden ein Ticket gebucht werden. So ist beim Buchen bzw. Prüfen der Verbindung zu sehen, wie hoch die Auslastung derzeit ist. Für die Zukunft wäre eine solche Option, besonders für die Nutzung von Regionalzügen, im Rahmen des 9-Euro-Tickets zu empfehlen um Chaos und Überbuchungen zu verhindern.

Das Grundsatzproblem der nicht nachvollziehbaren Preise

Ein einmaliges 9-Euro-Ticket reicht jedoch nicht aus, um Menschen dauerhaft zum Nutzen der Bahn zu locken. Ein Beispiel: Ein Flug von Berlin nach Mallorca (1.632 km) Anfang Juli kostet hin 30 und zurück 47 Euro. Eine Fahrt mit der Bahn von Berlin nach Stuttgart (631 km) kostet im selben Zeitraum auf dem Hinweg 80 und auf dem Rückweg 68 Euro. Das entspricht 0,47 Euro je Kilometer mit dem Flugzeug und 4,26 Euro je Kilometer mit der Bahn, womit die Reise mit der Bahn um ein Zehnfaches teurer ist. Um den Nah- und auch den Fernverkehr mit der Bahn attraktiver und zugänglicher zu gestalten, sollten Preise transparent und nachvollziehbar dargestellt sowie auch für Menschen mit geringerem Einkommen angepasst werden. Andernfalls ist nicht absehbar, dass Menschen auf eine Flugreise verzichten werden, wenn eine Fahrt durchs eigene Land deutliche teurer ist.

Weitere Informationen zum 9-Euro-Ticket finden Sie hier.

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