In Stuttgart ist Patrik zunächst ohne ein eigenes Auto unterwegs. Er berichtet in diesem Teil von seinen Erfahrungen, die er mit dem Carsharing und dem ÖPNV gesammelt hat.

Der Start in Stuttgart ohne Auto

Da war ich nun: Neue Wohnung am Stuttgarter Stadtrand, meine Partnerin weiter in Berlin, neuer Job und das Auto verkauft. Ein Neuanfang „deluxe“. Das Auto habe ich mit einem guten Gefühl verkauft, denn bereits während der Wohnungssuche habe ich mich für Carsharing angemeldet, damit ich flexibel und schnell unterwegs sein konnte um möglichst viele Wohnungen an einem Tag anzuschauen. Morgens mit der Bahn zum Stuttgarter Hauptbahnhof, dort in das Carsharing-Auto eingestiegen, fünf Wohnungen angeschaut und abends mit der Bahn wieder zurück. Das hat alles wunderbar funktioniert. Aufgrund dieser guten Erfahrung dachte ich mir: Warum also nicht generell mit den Öffentlichen fahren und wenn man mal ein Auto braucht, dann eben das vom Carsharing nutzen.

Der Versuch des Fahrradfahrens scheiterte

Sodann habe ich mir ein Monatskartenabo beim Verkehrsverbund in Stuttgart besorgt und bin mit den Öffis zur Arbeit und wieder zurückgefahren. Doch Stuttgart ist nicht Berlin und Öffis sind nicht gleich Öffis und Straßen nicht gleich Straßen, denn auch das Fahrrad sollte eine größere Rolle einnehmen. Die bergigen Straßen in Stuttgart sind für einen ungeübten Berliner Radfahrer jedoch unter Umständen eine große Herausforderung. Der Plan öfter mit dem Fahrrad meine Einkäufe zu erledigen, war dann auch schnell wieder verworfen, nachdem ich die ersten Male völlig außer Puste war und ich mich als ein Hindernis auf den Straßen fühlte. Denn ich war sehr langsam unterwegs und hinter mir reihten sich regelmäßig Schlangen an Autos. Es gab keine separaten Fahrradwege und zu Fuß waren mir die Wege dann zu weit und der Bus fuhr sehr unregelmäßig, so dass dann wieder öfter das Carsharingauto mein Verkehrsmittel der Wahl wurde.

Die Nachteile eines stationsgebundenen Carsharings

Regelmäßig habe ich also zum Einkaufen das Carsharingauto genommen. Dieses stand allerdings drei S-Bahn-Stationen entfernt. Es war also sehr zeitintensiv das Auto zu holen, zum Supermarkt zu fahren, einzukaufen, nach Hause, das Auto wieder wegbringen und wieder mit der Bahn nach Hause. Auf Dauer war ich davon nicht allzu begeistert. Ab und zu habe ich das Auto dann auch zu Hause stehen lassen und habe es morgens vor der Arbeit weggebracht. Das wurde dann aber auch recht schnell ganz schön teuer. Meine Abo-kosten für die Öffis fielen ja trotzdem weiterhin an. Und wenn meine Freundin am Wochenende mich mal in Stuttgart besucht hat, haben wir das Carsharingauto auch ab und zu genutzt, denn Ausflüge ins Umland, zum Beispiel zur Schwäbischen Alb, sind mit dem Auto doch wirklich einfacher.

Die Öffis und die Sache mit der Zuverlässigkeit  

Der Weg zur Arbeit mit den Öffis wirkt auf den ersten Blick unkompliziert. Ich musste noch nicht einmal zwingend umsteigen: 15 Minuten zur Station laufen, 20 Minuten mit der S-Bahn, dann nochmal 10 Minuten laufen oder nochmal kurz in die U-Bahn umsteigen. Den Weg zur S-Bahn konnte ich jedoch auch mit dem Fahrrad erledigen, das ging schnell und problemlos, zumindest so lange das Fahrrad dort heil geblieben ist, aber dazu später mehr. Auch darauf, dass die Bahnen in längeren Abständen fuhren als in Berlin, konnte man sich einstellen. Allerdings wird das zu einem großen Problem, wenn es Störungen gibt. Und die gab es oft, sogar sehr oft. Kaum ein Tag verging ohne, dass die Bahn zu spät kam, mal wieder ein Zug ausgefallen war oder erstaunlich oft auf dem Heimweg einfach gar keine S-Bahn mehr fuhr, da im Tunnel etwas nicht funktioniert hatte. In Stuttgart bedeutet das zumeist, dass dann alle Linien betroffen sind und totales Chaos herrscht. Als von einem breiten Mobilitätsangebot verwöhnter Berliner ist man zwar auch Chaos gewöhnt, aber irgendwie kommt man immer von A nach B. Es gibt immer Alternativen und die Taktung ist so dicht, dass man nie so richtig lang warten muss. Nach der Arbeit mindestens die doppelte Fahrzeit einzuplanen, wurde in Stuttgart jedoch zur Pflicht und wenn ich sonntags spät abends aus Berlin zurückkam und vom Flughafen nach Hause wollte, dann wurden es Fahrzeiten teilweise Jenseits von Gut und Böse…

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