Seit meiner Schulzeit in Deggendorf hat sich mein Mobilitätsverhalten von einer ziemlich exklusiven Nutzung des eigenen Autos zu einem deutlich breiteren und umweltfreundlicheren Mobilitätsmix verschoben. Durch die Vielzahl an Optionen – Rad, ÖPNV, Fernzüge und -busse, Car-Sharing, etc. – kann ich mich nun flexibel entscheiden, welche Art der Mobilität ich nutzen möchte und kann Preise und Komfort vergleichen. Ich bin darüber hinaus der festen Überzeugung, dass ich, seitdem ich kein Auto mehr habe, in dieser Entscheidung freier geworden bin. Bei einem eigenen Pkw ist der Anreiz diesen zu nutzen deutlich größer, schließlich hat man bereits Steuern und diverse Abgaben gezahlt. Auch wenn das Auto nur rumsteht.

Ich rede mich aber vermutlich auch sehr leicht, da sich vorrangig nicht mein Mobilitätsverhalten, sondern meine Lebensrealität verändert hat. Würde ich nach wie vor auf dem Land leben und der ÖPNV stelle keine gangbare Alternative dar, setzte ich sicherlich deutlich stärker aufs Auto. In Großstädten wie Berlin auf die Öffis zu setzen ist ein Leichtes! Im Alltag fehlt mir ein eigenes Auto sowieso äußerst selten. Klar, für Großeinkäufe und die Fahrt zum Bau- bzw. Möbelmarkt wäre es manchmal schon ganz praktisch. Aber wie oft kommt das erstens tatsächlich vor, zweitens gibt es wie bereits beschrieben die Möglichkeiten des Car-Sharings und drittens leben wir sowieso in einer delivery economy. Getränke lass ich mir beispielweise meistens liefern. Vielmehr fehlt mir das Auto, um am Wochenende einfach mal rauszukommen. Rein ins Auto und mit der richtigen Musik durch die Pampa gurken, zwischendurch googlen, ob es eine Sehenswürdigkeit, ein schönes Restaurant oder ähnliches in der Nähe gibt und die einzige Beschränkung ist die Tanknadel. In diesen Fällen genieße ich es, nicht auf Fahrpläne und Anschlusszüge angewiesen zu sein. Zudem macht mir Auto fahren jenseits des Stadtverkehrs auch wirklich Spaß.

Ich habe daher nicht aus Prinzip kein Auto und möchte nicht ausschließen, dass ich in ein paar Jahren wieder, sollte sich meine berufliche oder private Situation dahingehend erneut geändert haben, einen eigenen Pkw besitzen werde. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es sich dann um ein Elektro-Fahrzeug handeln wird und hoffe, dass sich bis dahin der Individualverkehr mit den Öffis besser verbinden und kombinieren lässt. Hier ist meiner Meinung und Erfahrung nach noch viel Spielraum nach oben. Wenn man die Innenstädte größtenteils autofrei haben möchte, und ich unterstütze dies uneingeschränkt, braucht man für Pendler:innen gleichzeitig attraktive Angebote wie ausreichende Park-and-Ride Möglichkeiten am Stadtrand. Auch eine bessere Verknüpfung zwischen Schiene und Pkw bspw. durch kombinierte Bahn- und Leihwagentickets oder sogar Autozüge halte ich für erstrebenswert, um zumindest teilweise das Auto stehen zu lassen und auf die Bahn zu setzen. Auch die eingeschränkten Reichweiten von Elektro-Fahrzeugen könnte man so umgehen.

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Deutsche Energie-Agentur GmbH

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Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) informiert im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz mit dieser Informationsplattform zur Verkehrs- und Mobilitätswende. Darüber hinaus erhalten Hersteller und Händler Informationen zur Umsetzung der novellierten Pkw-Energieverbrauchskennzeichnungsverordnung (Pkw-EnVKV). Dabei handelt es sich um allgemeine Hinweise, die nicht rechtsverbindlich sind. Für konkrete Fragen ist ggf. eine Rechtsberatung einzuholen. Die dena übernimmt keine Haftung für die Richtigkeit der mittels des Online-Tools zur Erstellung eines Pkw-Labels berechneten Ergebnisse. Entscheidend sind u. a. die Herstellerangaben.

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